„A Recurring Dream“ Feinkunst Krüger, Hamburg, 2016

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A Recurring Dream Feinkunst Krüger, Hamburg, 2016

„Ich mag Till Gerhard. Was soll ich sagen. Ich bin müde und will schlafen gehen. Und von Marshall McLuhan träumen. Und vielleicht aufwachen, im Bett liegen und auf ein Bild von Till starren… und leer werden und nicht denken und etwas sterben und mich perfekt fühlen.“ Richard Prince in Frieze, Issue 114

 A Recurring Dream

Wir hängen in einer Schleife fest. Wieder und wieder spielen sich die gleichen Szenen ab. In einen Bann geschlagen starren wir in dieselbe Richtung unfähig den Kopf zu wenden. Die bisherige Geschichte scheint zu Ende erzählt und noch zeichnet sich keine neue ab. Wie die Nadel, die in der letzten Rille einer Schallplatte hängt.

Wir haben uns verfangen in einem Netz aus vermeintlicher Bedeutung. Von allem zuviel, aber nie genug. Und so betreten wir eine Zone der dunklen, tiefen Ungewissheit unserer post-humanen Zukunft und mit großer und unnötiger Gelassenheit hoffen wir fälschlicherweise darauf den Übergang durch die Geschenke des Fortschritts zu meistern.
Wir sind auf geradezu neurotische Weise kabellos verbunden und haben dennoch jegliche Verbindung verloren. Hungrige Geister im Ödland.

Doch manchmal glimmt noch etwas auf, ein schwaches Leuchten unter der über allem ausgebreiteten Decke. Da ist noch etwas anderes. Und plötzlich sehnen wir uns danach, den Kontakt mit dem Tatsächlichen, dem Ursprünglichen, dem Alten wieder herzustellen. Und wir können dem nicht entkommen. Es schlummert in uns, ein vages Wiedererkennen.
Es sind die Leestellen in der Geographie an Orten abseits der Hauptströme, wo Räume offen gehalten wurden. Sie sind gehüllt in Zweige, Stroh, Stofffetzen. Krude, unförmig, verschwinden sie hinter Farbschlieren. Aber sie schaffen eine Verbindung, etwas wird angerührt, vielleicht durch den Klang einer Glocke. Ein wiederkehrender Traum. Ein bedeutender Traum?

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